Wichtig:
An dieser Stellle möchte ich auf die erste deutschsprachige
Broschüre zu diesem Thema hinweisen: Unter dem Namen
"Barrierefreies Webdesign - wie Menschen mit Behinderungen
WWW-Seiten lesen können" und der ISBN 87-90785-75-4 ist
diese neue Broschüre für Webdesigner für nur 4,- Euro
von Jan Eric Hellbusch erschienen.
KnowWare-Verlag, Bonner Presse Vertrieb, Möserstr. 2-3,
D-49074 Osnabrück, Tel: +49 (0) 541 33145-20
Mail: knowware#at#bpv-online.de
www.knowware.de
Auf der Homepage finden Sie auch eine Rezension des Buches.
Die WAI, die Web Accessible Initiative des W3C hat Standards zur
barrierefreien Webgestaltung erarbeitet. Diese finden Sie unter
www.w3.org/Consortium/Offices/Germany/Trans/WAI/webinhalt.html.
Im Buch von Jan-Eric Hellbusch werden diese Standards
ausführlich erläutert und Wege zur Programmierung
aufgezeigt.
Hier also 10 Punkte, wie sie ihre Webseite blindengerecht
gestalten:
- schalten Sie in ihrem Internet Explorer testweise mal bei
"Extras", "Internet Optionen" auf der
Registerkarte "Erweitert" bei "Multimedia" den
Punkt "Bilder anzeigen" ab. Drücken Sie die Taste F5,
um die Seite erneut zu laden.
Versuchen Sie nun, die Homepage ohne die Grafiken zu bedienen.
Übrigens: Einige Sehende Nutzer schalten bei langsamen
Modemverbindungen auch das laden der Grafiken ab.
- die Namen von Links sollten aussagekräftig gewählt
werden. Der Text "Klicken Sie Hier um mehr Infos zu
erhalten" und dabei das "Hier" als Link zu gestalten,
ist sinnlos.
Beim durchwandern mit TAB hört ein Blinder durch die
Sprachausgabe dann nur "hier, hier, hier, hier" und
muß dann erst mühsam nachlesen, was sich um den Link herum
befindet.
- Zu jedem Bild muß ein sogenannter Alternativtext mit
<img src="dateiname.gif"
alt="Alternativtext">
angegeben werden.
Ein "17 KB" oder ein "GRAFIK1.GIF" ist
allerdings nutzlos, da es bei der Navigation nicht hilft..
Den Alternativtext "Sie müssen Bilder einschalten, um
diese Seiten zu bedienen" finde ich eine bodenlose
Unverschämtheit!
Die Texte "LOGO" oder "Firmenlogo" oder ein
"Einkaufen", "Kontakt", "Service",
"Download", "Suchen", o. ä. sind vorteilhaft.
Also nicht das Bild beschreiben (das ist ein gelber Kreis mit drei
schwarzen Punkten) sondern Blindenzeichen ist die richtige Wahl. Es
soll also der Sinn des Bildes als Alternativtext angegeben werden.
- es sollte eine Alternative zu Image Maps oder Hot spots
geschaffen werden. Bei solchen Grafiken hat das Bild verschiedene
Regionen, auf die man Klicken kann. Bei der Homepage der Stadt
Frankfurt z. B. kann man in einer Übersichtskarte auf den
jeweiligen Stadtteil klicken und erhält dann mehr Informationen
zum Stadtteil.
Für Blinde sind solche Karten nur schwer oder garnicht
nutzbar, da dort meist auch aus dem Ziel, wohin der Link führt,
nicht herauszulesen ist, welchen Teil man anklicken würde.
Dazu sollte eine Alternative geschaffen werden: hier z. B. eine
Liste der Stadtteile, aus der man als Blinder den gewünschten
auswählen kann.
- animierte Bilder bedeuten für Blinde, daß die seite
immer wieder geladen wird, die Sprachausgabe z. B. unterbrochen wird
und evtl. wieder von vorne vorliest.
Der Tip deshalb: Mit animationen sparen und ggf. darauf hinweisen.
- Frames sollten mit aussagekräftigen Namen bezeichnet werden.
Bei einigen Hilfsmitteln wird zuerst der jeweilige Frame
ausgewählt und dann nur noch dieser angezeigt.
In dieser Liste steht bei schlechter Wahl nur Frame 1, Frame 2
usw.
Es sollte besser "Navigationsframe",
"Textframe" usw. heißen.
- einige Zusatztools ermöglichen es, einen Frame
losgelöst zu betrachten, damit man ihn durchlesen kann. Viele
Webdesigner erzwingen beim neuladen aber, daß der ganze Quatsch
drumrum mitgeladen wird und das Tool somit umsonst ist.
- Bei der Verwendung von Farben sollte darauf verzichtet werden, zu
viele verschiedene Farben zu verwenden.
Besser ist es, wenn sie in einem Style Sheet (CSS) angegeben
werden. Ein Sehbehinderter kann diese Farben dann abschalten und so
eigene, für ihn besser lesbare Farben auswählen.
- JAVA (nicht JAVA Script) ist für die allermeisten Blinden
nicht oder nur sehr schwer nutzbar, da es nicht vom Browser selbst
verarbeitet wird.
Deshalb sollte, wenn möglich darauf verzichtet werden bzw.
bei abgeschaltetem JAVA die Seite trotzdem bedienbar sein.
Erst in der Zukunft wird es Hilfsmittel geben, die JAVA im Browser
für Blinde verfügbar machen.
- JAVA Script können nur die Windows-Hilfsmittel verarbeiten.
Viele Blinde verwenden heute aber aus Kostengründen immer
noch DOS-Basierte Hilfsmittel wie den von UNIX bekannten LYNX.
Bei Webseiten, die auch von Blinden genutzt werden sollen,
müssen Sie alternativen (PHP3, CGI o. ä) verwenden.
Als Webdesigner brauchen sie keinen Screenreader, um zu sehen, wie
ein Blinder Ihre Webseite wahrnimmt. Holen Sie sich einfach den
kostenlosen WebFormator auf www.webformator.de und rufen Sie damit die Seiten auf.
Der WebFormator ist ein Zusatzprogramm, dass eine im Internet Explorer
angezeigte Seite in einem separaten Textfeld blindengerecht darstellt.
Mit F12 schalten Sie zwischen dem Originaltext und der
blindengerechten Fassung hin- und her.
nach der Änderung Ihrer Homepage können Sie mit Bobby
testen, ob Sie alles richtig gemacht haben.
Bobby Testet Internetseiten online auf behindertengerechte Gestaltung: www.cast.org/bobby/
Wenn Sie Seiten speziell für Blinde erstellen möchten,
sollten Sie sich den LYNXW32, die 32-Bit-Version des LYNX für
Windows, herunterladen. Viele blinde haben wegen der hohen Kosten ihre
Hilfsmittel noch nicht auf Windows umgestellt und nutzen noch die
DOS-Version des LYNX, der immer nur einen Frame gleichzeitig
darstellen kann.
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(c) BFG-IT, 28. Juli 2008